Maria – war das erste Möbel

Als gelernter Tischler, studierter Architekt und kreativer Kopf kam mir 2011 die Idee, ein eigenes kleines Möbellabel zu gründen. Selbst Möbel zu entwerfen, mit kleinen Tischlerein zu bauen und dann direkt an interessierte Menschen zu verkaufen. An diesem Konzept hat sich bis dato nicht viel geändert, aber es ist sehr viel passiert in den letzten elf Jahren.

Müssen gedrechselte Füße kitschig sein?

Als erstes Möbel entwarf ich einen Tisch. Einen Esstisch. Ich koche gerne und am liebsten für viele Gäste, die dann alle zusammen an einem großen Esstisch sitzen. Sich wild unterhalten, das Essen genießen, guten Wein trinken und sich am nächsten Tag gerne an diesen Abend erinnern.

Maria ein Esstisch mit gedrechselten Tischbeinen. Der erste produzierte Tisch. Zu sehen in der Tischlerei.

Der Tisch sollte also groß sein und die Fähigkeit haben eine gute Atmosphäre herstellen zu können.

Kann ein Tisch sowas? Ich denke schon.
Ein Tisch kann einladend wirken oder abstoßend sein. Er kann sich durch seine Form und Design aufdrängen oder sich zurücknehmen. Eine wichtige Aufagbe dabei übernehmen die Tischbeine. Die Kunst des Drechselns hat mich schon immer fasziniert. Drechseln kann schnell kitschig sein und so kam mir die Idee, alle vier Tischbeine als großen Block zu verleimen, dann zu drechseln und diesen Fuß dann wieder zu vierteln. Die Tischbeine bekommen so eine sehr interessante Form und wenn diese dann noch direkt am Rand der Tischplatte stehen verbinden sich eine moderne Formensprache mit einer traditionellen Handwerkstechnik.

Die Tischbeine des Esstisch Maria auf der Drechselbank

Klassische Holzverbindungen

Neben der besonderen Form, war es mir ein Anliegen, die alten, traditionellen Handwerkstechniken, die ich in der Ausbildung zum Tischler gelernt hatte bei dem Tisch mit einfließen zu lassen. Die Gratleiste wird heute in der ursprünglichen Form nur noch sehr selten eingesetzt. Ein "Schwalbenschwanz" der an die Querzarge gefräst oder gesägt wurde wird die negative Form, die sich unterhalb der Tischplatte befindet geschoben. Diese Verbindung hat zwei Aufgaben: die Platte gegen Verwerfungen zu schützen und dass die Tischplatte "arbeiten" kann. Holz nimmt Luftfeuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Es quillt und schwindet. Bei einer Tischplatte bedeutet das, dass sie im laufe des Jahres um wenige Millimeter in der Breite größer oder kleiner werden kann. Die Gratleiste wird nicht verleimt und so kann die Tischplatte sich "frei bewegen".

Damit die Tischplatte nicht durchhängt gibt es die Längszarge. Längs und Querzarge werden mit der Technik der Überblattung verbunden. Beide Elemente werden jeweils bis zur Hälfte eingesägt und können so zusammengedrückt werden.

Die Maria vereint viele Handwerkstechniken und zeigt sich doch sehr modern. Mittlwerweile stehen bereits 27 Tische in ganz deutschland verteilt. Und wir sind uns sicher, dass wir schnell weitere Tische ausliefern werden.

Nehmen Sie Platz und viel Freude mit unserer Maria.